Warnowtour 2005 mit Alex
Abstecher zur Mildenitz und zum Kleinpritzer See
Um 6:30h stehe ich auf, mache mich frisch und gehe mit einer Schüssel umher, um Himbeeren oder ähnliches zu finden. Aber obwohl ich einen Umkreis von einem halben Kilometer absuche, finde ich leider leider nichts Brauchbares. So essen wir unseren Frühstücksbrei eben mit dem gekauften Obst, das ist auch Ok.
Alexander und ich beschließen, nicht weiter die Warnow zu paddeln, wir kennen den weiteren Verlauf bis Bützow ja auch schon. Wir wollen dann am Zeltplatz Kukuk am Kleinpritzer See übernachten, um von dort aus zum Borkower See und in die anschließende Mildenitz Richtung Schwarzer See zu fahren.
Es sind zwar sehr viele Stechmücken und Bremsen unterwegs und wir bekommen sehr viele Stiche ab, aber trotztdem wird es ein schönes Erlebnis, da die Umgebung einfach sehr schön ist. In der Mildenitz sehen wir auch einen Biber. Fraßspuren und Gleiten sieht man dort schon mehr als noch vor einem Jahr, sie scheinen sich auszubreiten.
Ein Zaunkönig brütet in einem mit Gras bewachsenen Pfahl einer ehemaligen Uferbefestigung, der jetzt frei im Wasser steht, Eisvögel und manchmal deren Niströhren sind des öfteren zu sehen. Tags drauf packen wir, und mit Boot auf dem Autodach fahren wir zur Klädener Mühle. Von dort aus wandern wir beiderseits dem Mildenitz - Durchbruchstal (Klädener Plage) entlang.
Dieses Stück Fluß ist etwa 1,5km lang, aber paddeln kann man es nicht wirklich: etwa 50 Baumhindernisse sind auf der kurzen Strecke zu überwinden. Wer da mit dem Boot ankommt, sollte lieber den Bootswagen nehmen, so benötigt er vielleicht 60 min. Fahren dauert bis zu einem Tag, wenn man ein volles Boot hat, wie wir von jemandem erfuhren, der es gemacht hat, und dann noch mit einem Falter! Es ist ja auch so, daß man an den Baumhindernissen schlecht aussteigen kann, da die Ufer hoch sind. Vor, hinter und unter den Bäumen ist die Mildenitz meist stark ausgespült, so daß das Aussteigen und wieder Einsteigen sehr mühsam ist. Nur bei sehr hohen Wasserständen könnte man die Boote eventuell über die Bäume überheben.
Wir gehen langsam, alles beobachtend, durch das sehr schöne Gelände, sehen eine Blindschleiche über trockenes Laub kriechen, beobachten eine Haubenmeisenfamilie und lauschten den klagenden Schreien des Schwarzspechtes. Dieser Weg ist für eine mehrstündige Wanderung sehr zu empfehlen, der gesamte Wald gehört zu meinen Lieblingslandschaften.
Am späten Nachmittag endet unser 4-tägiger Aufenthalt und wir fahren nach Kiel zurück. Die gesamte Unternehmung war so intensiv gewesen, daß uns die Zeit sehr viel länger vorkommt.
Zum Thema Übernachten:
Wasserwanderrastplatz mit voller Sanitärausstattung gibt es im Warnowoberlauf nur in Vorbeck. (www.gutshof-vorbeck.de, dort auch Hütten und Kanuvermietung etc.). In Weitendorf gibt es zwar jede Menge Platz, jedoch kein Sanitärgebäude. Das dortige Kanucamp hält Hütten inkl. WC und Duschen zur Miete bereit,
Es bleibt später noch Eickhof, wo es auach moderne Sanitäranlagen gibt.
In Bützow fährt man nach dem Umtragen ganz aus der Stadt heraus und dann links in den Bützower See hinein, dort moderner Wasserwanderrastplatz bei einer Gaststätte.
Einkaufsmöglichkeiten direkt in Flußnähe wüßte ich nicht. Wie es mit den umliegenden Dörfern ist, ist mir auch unklar, sie sind ja sehr klein. Ich würde mich darauf einstellen, erst in Sternberg (Supermarkt ca 3 km von der Warnow) oder wieder in Bützow (etwa 1 km vom See/WWR) einkaufen gehen zu können. Wir haben es hier mit einer sehr dünn besiedelten Landschaft zu tun, und das ist ja auch schön so.
Hier findet Ihr eine komplette systematische Beschreibung der Warnow und der Mildenitz in unserem Informationsportal für Wasserwanderer.
Fazit:
Den Oberlauf der Warnow (bis hin zum Warnowdurchbruchstal vor Klein Raden) sollte man nur mit sehr robusten Booten befahren, da es nicht zu vermeiden ist, über Steine zu paddeln. (Wir werden uns das nächste Mal sicher ein PE - Boot mieten) Je nach Wasserstand wird die Warnow wilder und daher anspruchsvoller zu fahren oder man muß, wenn es länger nicht geregnet hat, des öfteren aussteigen und treideln. Ein gemütlicher Wanderfluß ist sie erst ab Eickhof, von da ab geht es nur noch gemächlich und in ausreichender Wassertiefe vorwärts. Abschnittsweise ist die Warnow auch zwischen Zaschendorf und Sternberger Burg "seniorentauglich".
Um die Naturschönheiten intensiver genießen zu können müßte man sehr viel mehr Pausen machen. Aber es ist meist so: langsamer paddeln geht gerade dort schlecht, wo es am schönsten ist, nämlich an den Stromschnellen und Hindernissen, überhaupt im Wald.
Ich wünsche allen, die die Warnow befahren, viele schöne Stunden und immer ein heiles Boot!