Start in Blankenberg

Ich hatte die Tour so vorbereitet, daß wir das Auto mit der Bahn ein ganzes Stück nachholen konnten. So setzten wir also in Blankenberg (einziger Bahnhof auf der in Frage kommenden Strecke warnowabwärts bis Bützow) in den Tempziner See ein (Badestelle, nah beim Bahnhof, wie ich zuhause schon dem Wasserwanderatlas entnahm) und fuhren südwestlich in den Brüeler Bach ein. Als ich das Auto auf dem Bahnhof abstellte, schaute ich auf den Fahrplan, wann denn die Züge aus Bützow abführen und merkte mir die Zeiten.

umtragen am Wehr Tempzin Lupe

umtragen am Wehr Tempzin

Den Bach mußten wir an der nächsten Straße umtragen, also 70 kg Gepäck auspacken, das Boot samt Gepäck über die Straße schaffen und wieder einpacken.

Die folgende Strecke war sehr zugewachsen, mal mit Reet, mal mit Schwanenblumen, fast immer mit Wasserpest, manchmal mit Pfeilkraut und anderen.

Umtragen in Brüel Lupe

Umtragen in Brüel

In Brüel hieß es erneut aussteigen und auspacken. Mitten in der Stadt befindet sich ein Mühlenwehr, das umgetragen werden muß.

Ich lief erstmal die weitere Strecke ab, um die örtlichen Gegebenheiten zu erkunden. So erfuhr ich, daß es weitere Hindernisse gab, die auf meinem Plan nicht zu erkennen waren. Also luden wir wieder alles aus, schafften das Boot und das Gepäck aus dem Fluß und packten es auf dem Fußweg wieder ins Boot, nachdem wir unseren Bootswagen zusammengesteckt und ihn sorgfältigst unter das Boot gespannt hatten.

Es ging etwa 300 m über Straße (quer) und Parkwege und dann schafften wir die Rundung des Fußweges unter der Eisenbahnbrücke nicht mit dem Boot: alles raus, die letzten 80 m tragen und wieder einpacken. Zwei Kraniche segelten nicht weit von uns in geringer Höhe am Ortsrand von Brüel, ein nettes Schauspiel!


Brüeler Bach, Pfeilkraut Lupe

Brüeler Bach, Pfeilkraut

Von nun an ging die Fahrt ohne Umtragen, jedoch nicht ohne Schikanen das nette Flüßchen Brüeler Bach bis zur Einmündung in die Warnow bei Weitendorf. Auf einer Sohlgleite hingen wir einmal richtig fest, so daß ich ausstieg und mit Wasser bis zu den Knien zwischen großen Findlingen das Boot freischob, was meine ganze Kraft kostete.

Brüeler Bach bei Sülten Lupe

Brüeler Bach bei Sülten

Eisvögel begleiteten uns schon eine Weile , die Fahrt ging durch abwechselungsreiche Landschaft mit und ohne Bäumen am Ufer, aber immer mit klarem Wasser.
Die Warnow empfing uns baumumstanden, mit etwas Strömung, ca. 8 m breit. Eigentlich hatte ich vorgehabt, in Weitendorf eine Rast einzulegen oder gar zu übernachten.

Einmündung Brüeler Bach Lupe

Einmündung Brüeler Bach

Bevor ich jedoch kapiert hatte, daß ich dafür ein Stück flußaufwärts hätte fahren müssen, waren wir schon ein paar Meter zuviel für eine lockere Umsetzung eines solchen Planes gefahren, und so entschied ich, zum Kanucamp Sternberger Burg zu fahren.