Müritz-Elde-Wasserstraße 2006
Parchim bis Neustadt-Glewe
Am Morgen .des 4. August ist der Himmel wieder sehr nett zu uns wie bisher meist, wir frühstücken im strahlenden Sonnenschein Brötchen, die ich beim nahen Bäcker erstand. Bis die Zelte abgebaut und die Kanus bepackt sind, vergehen jedoch noch 2 Stunden. Gegen 10:15h verlassen wir den kleinen Hafen, um uns durchschleusen zu lassen. Da die Schleusung noch ein wenig auf sich warten läßt, paddle ich einige Meter in den Mühlengraben, wo ich schöne "Vorgärten" und nette Hinterhöfe finde, während Gundula und Alexander auf die Schleusung warten. Pünktlich zur Schleusung bin ich zurück.
Hinter der Schleuse werfen wir noch einen kurzen Blick in den Burggraben, wo es auch eine Pausenmöglichkeit gibt. Dann machen wir uns auf den Weg in Richtung Garvitz. Unser Plan besteht darin, dort das 2. Frühstück einzunehmen, um dann am Elde - Dreieck und den Levitzer Teichen vorbei zu paddeln, um abends Neustadt - Glewe zum Übernachten zu nutzen, was eine Strecke von 27km bedeutet.
An bewaldeten Ufern paddeln wir also die 12km bis Garvitz - Matzlow. Möderitz hätte uns auch einen kleinen Pausenplatz geboten, ist uns aber noch zu früh. Wir lassen rechts von uns das Dorf Malchow und links bald darauf das Dorf Damm liegen. "Damm" wird wohl daher so genannt, weil hier wie so oft auf dieser Strecke der Kanal einseitig an einer Wiese liegt, nämlich am Tal der ursprünglichen Elde, und ein mutig aufgeschütteter Damm das Wasser daran hindert, in die Wiese und damit zurück in die Alte Elde zu fließen. Mir ist völlig unverständlich, wie die Vorfahren diesen Damm wasserdicht bekommen haben mögen, so ganz ohne Folie.
Bevor wir zu dem eigentlichen Wasserwanderrastplatz gelangen, paddeln wir links an dem "Levitz - Camp" vorbei, einem "Abenteuer - ohne Sanitär" Übernachtungsplatz ---wer´s mag...?!(Nachtrag: seit einiger Zeit gibt es jetzt dort auch komplette Sanitäranlagen). Es folgt die Schleuse von Garvitz, eine der vielen Selbstbedienungsschleusen, die inzwischen Normalität geworden sind: man wundert sich, wenn es doch noch mal einen Schleusenwärter aus Fleisch und Blut zu sehen gibt.
Ca. 14:30h sind wir auf dem Wasserwanderrastplatz von Matzlow - Garvitz angekommen. Der Platz ist an eine Privatfirma verpachtet, die sich scheinbar ganz wacker hält und vielerlei Service anbietet, vor allem für Motorbootfahrer. Wir nutzen das Angebot für eine ausgedehnte Pause bei strahlendem Himmel. Viele Wespen machen uns das Genießen etwas schwer, und leider wird Gundula in ihren Allerwertesten gestochen, so daß die Laune etwas in den Keller gerät, da sie von dem Zeitpunkt an kaum sitzen kann.
Da das Leben und die Fahrt weiter gehen, sitzen wir um 14:15h wieder in unseren Kanus und streben dem Elde - Dreieck entgegen, einem weiteren interessanten Punkt unserer Tour. Hier kann man in den Störkanal abbiegen, der den Wasserwanderer nach etwa 20km nach Schwerin bringt. Wir halten uns links und fahren durch die NIederung, die mit einer Vielzahl von Teichen angefüllt ist. Es geht zwar fast ohne Kurven durch die Landschaft, doch sieht man ab und zu einen Seeadler, eine üppige Ufervegetation sowie vom Pausenplatz aus, wo sich ein kleiner Aussichtsturm befindet, eine großartige Teichlandschaft, von der wir wissen, daß sich im Herbst eine riesige Zahl von Zugvögeln hier niederläßt, um für ein paar Tage auszuruhen.
Haben wir schon die gesamte Wasserwandertour über wenig Motorboote gesehen, so sind jetzt so gut wie überhaupt keine mehr unterwegs: die meisten sind wohl nach Schwerin abgebogen. Zur Elbe können die meisten ohnehin kaum fahren, da sie dort zu wenig Wasser finden würden, um nach Hamburg oder Berlin weiter fahren zu können.
Wir sind heute abend spät dran. Die Levitzer Schleuse erreichen wir erst gegen 19:00h, und der Schleusenwärter wartet noch mit der Schleusung auf ein angekündigtes Motorboot. Da das jedoch nicht kommt, läßt er uns nach 10 min doch hinunter. Es wird knapp, wenn die Schleuse Neustadt - Glewe nur bis 20:00h geöfnet ist: der einzige Motorbootfahrer meint, er könne sich in die von ihm geöffnete Schleuse legen und diese aufhalten, bis wir angekommen sind. Mit meinen Kajak spurte ich auch so schnell ich kann nach Neustadt und bin knapp nach 19:30h dort: zu spät, der Motorbootfahrer mußte auch die Schleuse wieder verlassen, da nach 19:30h nicht mehr geschleust wird. Ich lege also an und warte auf Alexander und Gundula. Bald kommen auch sie, und wir setzen unsere Kanus an der Schleuse aus, schieben sie über ein Privatgrundstück, nachdem wir gefragt haben, zum nahen Wasserwanderrastplatz. Wir hätten auch den Nebenarm fahren können, aber direkt am Hafen kommt man wegen einer sehr hohen Betonmauer nicht aus dem Boot, mit Gepäck schon gar nicht.
Der Hafenmeister ist gerade nach Hause gegangen, aber ich rufe ihn an und er kommt eine halbe Stunde später noch einmal vorbei, um uns einen Schlüssel zu geben. Wir bauen auf, kochen und machen dann noch in der Dämmerung einen Stadtspaziergang. Dann sind wir aber auch bald in unseren Schlafsäcken verschwunden.