Kanuwandertouren auf der Oder 2008
Ratzdorf bis Eisenhüttenstadt
Zum Tourenstart hatten wir uns für Ratzdorf entschieden, da dieser Ort ja der geographische Beginn der "deutschen" Oder ist, jedenfalls bis Flussmitte. Als Einsetzstelle könnte sich die Stelle anbieten, wo das Pegelhäuschen steht, dort gibt es auch eine Sliprampe, neben der normalerweise immer etwas Strand zu finden ist. Heute ist es anders, der Wasserstand der Oder ist so hoch, daß es nur befestigtes Ufer gibt, das bedeutet: Steine. Um Alternativen zu erkunden, gehen wir ein wenig auf dem Deich entlang zu der Stelle, wo die Neiße einmündet. Dort wäre es besser, denn es gibt sandige Stellen. Wir sind jedoch zu faul, das Kanu die 200m hinauf zu schieben, daher nehmen wir Umstände in Kauf, die ein hartes Ufer bedeuten. Ein paar kleine Hölzer verhindern schlimme Kratzer.
Wir fanden die Oder von Anfang an einfach toll. Ich selbst hatte schon Teile ein paar Wochen vorher kennengelernt, nun sollte der Rest dieser deutschen Ostgrenze erkundet werden.
Es herrschte extreme Strömung, so etwa 7km/h mußten es sein, und es rauschten immer entweder die Ausläufer der seitlichen Buhnen oder die Tonnen in Flussmitte auf uns zu, so daß wir durchaus etwas zu tun hatten, wenn auch wenig für den Vortrieb.
Unser GPS zeigte eine Höchstgeschwindigkeit von 11km/h an, aber meist war es so, daß wir nur 7-8km/h machten, da Hilli sowieso nicht mitpaddelte und Alexander meistens mit Fotografieren beschäftigt war. Die neue SLR-Camera mit 70-200 mm Teleobjektiv bietet einfach gute Möglichkeiten, noch freihand etwa Tiere zu fotografieren, eine ruhige Hand vorausgesetzt.
Die Oder erweist sich als sehr interessant: es gibt immer wieder Strände zwischen den Buhnen, und sowohl auf den Stränden als auch auf den Buhnen treffen wir auf Kiebitze, Gänsesäger, verschiedene Entenarten und Lemikolen (z.B. Flussuferläufer), In der Luft fällt uns auf, daß es sehr oft Fischadler zu beobachten gibt, mehr als auf allen anderen Strecken, die wir bisher kennengelernt haben.
Bis Eisenhüttenstadt sind es etwa 12 Kilometer. Da wir nur eine kurze Pause einlegen, sind wir in gut zwei Stunden im Hafen von Eisenhüttennstadt angekommen. Es ist ja auch schon Nachmittags, und mit unserem 2. Fahrzeug, das wir im Hafen von Eisenhüttenstadt abstellten, fahren wir erstens nach Ratzdorf, um das andere Auto abzuholen und zweitens zu unserer Unterkunft, wo Alex und ich im Zelt schlafen und Hilli und Gundula ein Zimmer bekommen.