Kanutour 2002
- Start meiner Kanutour
- Lager am Kammerkanal
- Der Woblitzsee
- Die Schwaanhavel
- Der Plätlinsee
- Der Klenzsee
- Der Gobenowsee
- Drosedower Bek
- Der Rätzsee
- Fleether Mühle
- Der Vilzsee
- Die Müritz-Havel-Wasserstrasse
- Mirow
- Der Leppinsee, Woterfitzsee, Caarpsee
- Der Bolter Kanal
- Die Müritz
- Woterfitzsee
- Mirow
- Zotzensee, Mössensee und Vilzsee
- Schlusstext
Mirow
Diesmal will ich alles von der Stadt erkunden, was sich vom Wasser aus machen läßt, und auch will ich meine Essenspause machen und meine Ansichtskarten auf den Weg bringen. Daher fahre ich so langsam wie möglich an den Bootshäusern vorbei, die sehr belebt sind mit badenden Kindern und grillenden Erwachsenen, an Kanuvermietungen, einer Bootswerft und Badestellen. Ich plausche mit einem jungen Paar auf einer Yacht, das aus Hitzacker stammt und ich frage sie nach dem Elbehochwasser zu Hause.
Diesmal umrunde ich auch die Insel mit dem restaurierten Schloß, das auf neue Nutzung wartet. Da ich einen Briefkasten suche, der vom Wasser schnell zu erreichen ist, halte ich meine Augen offen nach einem Hafen, wo ich mein Boot eine Weile alleinlassen kann. Es gibt tatsächlich in der Innenstadt einen Wasserwanderrastplatz mit guten Festmachmöglichkeiten, doch ich möchte mein Boot nicht längere Zeit unbeaufsichtigt lassen und fahre weiter, bis ich beim Fischer angekommen bin.
Beim Fischer, dessen Laden mir schon seit Jahren vom Auto aus aufgefallen war, kann ich an einem Steg neben mehreren anderen Motor - und Paddelbooten festmachen und habe meine Ausrüstung beim Esen unter Aufsicht. Ich kaufe in dem sehr sauberen Imbiß ein, der sowohl vom Land als auch vom Wasser zu erreichen ist. Ich hole mir geräucherten Wels und erfahre, daß diese Fische bis zu einer Größe von 1,20m gefangen werden bei einem Gewicht von 50kg. Sie können bis zu 3,0m lang werden, leben allerdings in großer Tiefe und ernähren sich angeblich nicht von Paddlern und Schwimmern.
Endlich kann ich essen, Haferbrei mit Obst und Sprühsahne (Haferbrei heißt: grobe Haferflocken, Zimt, geriebene Haselnüsse, Weinbeeren). Auch meine Ansichtskarten kann ich endlich schreiben. Eine Weile schaue ich mir noch das Treiben an, ehe ich mein Boot wieder auf die Weiterfahrt vorbereite. Die Karten bin ich leider nicht losgeworden, fahre jedoch trotzdem in Richtung Süden/Südosten weiter. Ein Pärchen mit Faltboot, das ich schon in der Stadt und auch beim Fischer getroffen hatte, fährt ebenfalls in die Richtung.
Pausiert habe ich und gegessen, die Postkarten sind jedoch noch nicht auf ihrem Weg nach Hamburg und Kiel, und wo könnte denn auf der Strecke von Mirow zur Fleether Mühle ein Briefkasten sein, der vom Wasser erreichbar wäre?
Da kommt mir ein Kanadier der "Kanustation Mirow" entgegen mit einer vierköpfigen Familie an den Paddeln. Freundliche Begrüßung, und als ich schon eine ganze Bootslänge vorbei bin, dachte ich blitzartig, daß die Leute höchstwahrscheinlich das Boot bald zurückgeben würden, da sie ja in Richtung Vermieter fahren. Demzufolge wären sie bald an Land und könnten so meine Karten einstecken! So wende ich und bitte also um den Gefallen. Sie sagen zu, die Karten bei nächster Gelegenheit einzustecken. Voller Freude setzte ich die Fahrt fort. 2 Tage später traf ich die Leute auf ihrer Segelyacht wieder.