Meine Kanu-Tour 2004
- Recknitz - Tessin bis Recknitzberg
- Recknitz - Bad Sülze
- Trebel - Tribsees bis Nehringen
- Trebel - Nehringen bis Demmin
- Peene - Demmin bis Aalbude
- Peene - Aalbude bis Neukalen
- Peene - Neukalen bis Dahmen
- Ruhetag in Dahmen am Malchiner See
- Landtransport von Dahmen nach Jabel
- Jabelscher,- Loppiner- und Kölpinsee
- Zeltplatz Jabel
- Zeltplatz Jabel
- Pause am Jabelschen See
- Jabel bis Plauer See
- Plau über Lübz bis Burow
- Müritz-Elde-Wasserstraße bis Parchim
- Parchim nach Garwitz
- Garwitz bis Neustadt-Glewe
- über Grabow bis Fresenbrügge
- Fresenbrügge bis Dömitz
- Dömitz bis Neudarchau
- Elbe - Neu-Darchau bis Güster
- Resümee
Trebel - Tribsees bis Nehringen
Mittwoch, 14/07/04
Der Wind ließ etwas nach, und ich hatte eine ruhige Nacht ohne Regen bei 12°C. Um 4:40h erwache ich, es gelingt mir jedoch, nach einer halben Stunde wieder einzuschlafen. Erst um kurz nach 8:00h stehe ich auf, treffe die Frühschicht-Platzwartin und gehe duschen. Nach dem Frühstück reden wir noch intensiv miteinander, sie macht gerade eine Ausbildung zur Heilpraktikerin und will Lebensberaterin werden.
Das Mittagessen fällt aus, und um 15:10h sitze ich im Boot und fahre
Richtung Demmin, zunächst mit kräftigem Wind von vorne. Es ist trocken
und immerhin 16°C. Mitunter gibt es sogar ein paar Sonnenstrahlen. Die
Regenhose bleibt also aus.
In Langsdorf ist ein Wehr zu umtragen, es wurde vor kurzer Zeit
angelegt, um den renaturierten Altarm der Trebel mit Wasser versorgen
zu können und den Grundwasserspiegel im Grenztalmoor zwischen Recknitz
und Trebel wieder anzuheben und so das Moor wieder mehr zu vernässen.
Bepaddeln kann man den Altarm im Sommer nicht, weil er an manchen
Stellen komplett mit Schilf zuwächst und man seinen Weg nicht mehr
finden kann. Es folgt also der Trebel-Kanal, und er überrascht mich mit
sehr abwechselungsreichen Ufern. Da der Wind von der Seite kommt (der
Fluß wendet sich in Richtung Süden), fahre ich auf glattpoliertem
Wasser, von ein paar kurzen Abschnitten mit reinen Wiesenufern
abgesehen. Ein Pirol überfliegt mich in 6-8m Höhe, ein wahrhaft
seltener Anblick selbst in Mecklenburg-Vorpommern. Bei trockenem Wetter
fahre ich bis kurz vor Nehringen, dann beginnt es leicht zu regnen. Ich
genieße diese Fahrt sehr, denn die breite Trebel hat klares, tiefes,
wohlriechendes Wasser und die Ufer sind reichhaltig bewachsen mit den
unterschiedelichsten Sumpfpflanzen. Es ist still. Ich höre einen Biber,
dann sehe ich ihn auch: er ist ausgewachsen. Als er auch mich entdeckt,
verzieht er sich etwas tiefer in den Uferbewuchs.
Eine Weile später höre ich einen Otter durch das Schilf springen und sehe ihn ins Wasser gleiten, ganz viele Eisvögel, einige Kormorane, Störche, Graureiher, Flußuferläufer und ab und zu ein Rotmilan begleiten mich. Ein weiterer Otter quert hinter mir den Fluß, deutlich zu erkennen an seinen wellenförmigen Körperbewegungen.
Nach 20:00h erreiche ich den Wasserwander-Rastplatz Nehringen. 16km bin ich in aller Ruhe gepaddelt und habe es sehr genossen, obwohl es regnet. Ich telefoniere kurz mit Gundula und fahre dann mein Boot samt der einen Hälfte des Gepäcks zum WWR hinauf. Die Kisten trage ich dann hinterher. Es sind glatt 150m, von denen einige bergauf gehen.
Wäre der Platzwart anwesend gewesen, hätte ich mir in Anbetracht des Regens laut Auskunft anwesender Camper für 4,-€ ein Bett in einer Holzhütte mieten können, so aber spanne ich im strömenden Regen mein Zelt auf. Es gelingt mir, das Innenzelt dabei trocken zu halten. Bald krieche ich in den Schlafsack und mache ein paar Kerzen an, um die Temperatur etwas zu erhöhen, damit die Feuchtigkeit im Zelt etwas niedriger ist. Um mich herum ist schlechte Musik, Gegröhle und Kinderlärm. Das geht bis 23:00h, dann ist endlich Ruhe.