August 2010 Feldberger Seen und Küstriner Bach
August 2010 Feldberger Seen und Küstriner Bach
Am 1. August 2010 starten Gundula und ich zu einer kleinen Urlaubstour nach Nord-Ost-Deutschland. Zuerst besuchen wir noch einige Freunde und Bekannte an der Oder, wo wir natürlich auch noch eine Kanu-Exkursion unternehmen, um dann gegen Abend des 2. August auf einem Campingplatz in Feldberg unser Zelt aufzuschlagen.
Wir finden uns auf einer Halbinsel im Breiten Luzin wieder, der Campingplatz ist relativ voll, es treffen im Laufe des Abends immer noch Gäste ein, meistens mit Kanu auf dem Dach des Fahrzeugs.
Nach dem Zelt-aufbauen und Kochen wandern wir noch eine Weile am Breiten Luzin entlang und genießen den schönen Abend, bis wir müde in unseren Schlafsack fallen. Auf dem Platz wird es auch bald ruhig, so können wir relativ früh schlafen.
Am Morgen des 3. August sind wir gegen 10:00h nach ausgiebigem Frühstück und Zeltabbau etc. zeitig startklar, so daß unsere Kanutour beginnen kann. Wir wollen am Ende des Breiten Luzins durch den Erddamm paddeln, der uns in den Schmalen Luzin entläßt. Vor dem Damm liegt rechts am Anleger des Restaurants "Altes Zollhaus" das Elektroboot einer bekannten Naturerlebnisfirma sowie eine Replik eines mittelalterlichenWikingerschiffes namens "Freya".
Wir genießen unsere Kanutour auf dem Schmalen Luzin sehr, ist dieser doch eines der außergewöhnlichsten Seen Deutschlands: schmal, sehr klares Wasser, hohe bewaldete Hänge machen ihn zu einer echten Rarität in der Natur unseres Landes. Die Ufer steigen immerhin an manchen Stellen über 35 Meter über den Wasserspiegel. Ein Mann allein in einem Canadier, mit dem wir schon auf dem Zeltplatz ins Gespräch gekommen waren, hängt über der Bordwand seines Bootes und macht Fotos.
Das Wetter ist recht gut, nicht zu warm, wechselnd wolkig, aber es regnet nicht. An der Fähre steigt der Fährmann gerade ins Wasser, um sein Gefährt erreichen zu können. Einige Fußgänger und Fahrradfahrer wollen auf die Ostseite zum Hullerbusch übergesetzt werden. Ein Stückchen weiter wird der Schmale Luzin noch viel schmaler: hier liegt eine beliebte Pausenstelle, und hier wird auch gebadet. Uns ist es hier für eine Pause ein wenig zu belebt, also paddeln wir weiter.
Bald sehen wir schon die Ufer von Carvitz, der Hang ist hier nicht bewaldet und gibt den Blick auf die alte Windmühle frei, das Wahrzeichen von Carvitz. Auch dort wird gebadet, wir wollen aber weiter zur Umtragestelle. Diese wird uns zum Carvitzer See führen, bis dahin paddeln wir am Ende des Schmalen Luzins auf einem schmalen flachen Kanal, dessen Eingang komplett im Schilf liegt und schlecht zu finden ist.
Die Umtragestelle selbst ist normalerweise in der Hauptsaison gut frequentiert, wir haben aber Glück, daß es einen Moment Ruhe gibt und nur wenige Kanufahrer gerade umtragen wollen. An gut konstruierten Holzstegen setzen wir unser Kanu aus und schnallen unseren Bootswagen drunter. Damit ist Kanu und Ausrüstung ganz entspannt bald nach drüben zur Einsetzstelle am Alten Feuerwehrhaus transportiert.
Ein Fotograf mit gewaltiger Ausrüstung ist hier gerade auf Ringelnatter-Safari, die Schlange sitzt direkt am winzigen Wasserfall, der an dem geringen Höhenunterschied zwischen dem Schmalen Luzin und dem Carvitzer See entsteht. Wir setzen aber zügig ein und paddeln durch das Buschwerk die kurze Strecke hinüber in den Carvitzer See.
Diesen schönen See wollen wir jetzt erstmal erkunden, bevor wir später weiter südlich in den Dreetzsee paddeln und damit unsere Reise hinunter zur Havel fortsetzen. Es geht uns ja nicht darum, so schnell wie möglich nach Fürstenberg zu gelangen, sondern wir wollen Urlaub machen. Dazu gehört auch, möglichst Neues kennen zu lernen, und den Carvitzer See haben wir noch nicht intensiv erkundet. Er ist sehr zerklüftet, besitzt eine Reihe von Inseln und Halbinseln und ist ebenfalls meist von bewaldeten Hügeln umgeben.
Wir unterhalten uns mit entgegen kommenden Paddlern, sie raten uns, nach Conow hinüber zu paddeln, wo es einen winzigen, aber gemütlichen Zeltplatz geben soll. Wir finden ihn nicht auf Anhieb, da wir Inseln immer wieder für "Festland" halten, und so landen wir irgendwann nahe dem Conower Werder. Wir benötigen jetzt dringend eine Pause, und da man am Conower Werder nicht anlegen darf sondern sogar noch 50 m Abstand zu halten hat, schauen wir uns nach Alternativen um. Wir entdecken eine Art "Hafen", in dem kleine Segeljollen festgemacht sind und wo es auch eine Badestelle gibt. Dort legen wir an, kochen uns einen Kaffee und essen unsere mitgebrachten belegten Brötchen. Ein paar andere Paddler kommen nach uns ebenfalls an, gehen jedoch in den Ort Thomsdorf zum Essen.
Während wir essen, frischt der Wind auf und kommt aus Westen, so daß wir ihn von der Seite haben werden. Es sind aber nur geschätzte 3 Windstärken, mit denen wir uns dann bald auseinander zu setzen haben. Selbst die verursachen aber durchaus schon recht kräftige Wellen, und wir freuen uns, als wir nach einiger Zeit den Wind eher schräg von hinten bekommen. Zwischendurch nieselt es auch etwas, so daß wir keine Fotos machen können. Für die drei Kilometer bis zum Campingplatz benötigen wir gerade mal 45 Minuten und sind froh, als wir dort an einer kleinen Badestelle anlanden.
Wir checken ein und bauen unter zunehmendem Wind unser Zelt auf. Wir schaffen es gerade noch, uns gemütlich einzurichten, bevor der Himmel seine Schleusen öffnet: ein kräftiger Guß beschert uns eine nicht eingeplante Nachmittags - Kuschelpause. Währenddessen erreicht eine Familie in einem großen Canadier den Zeltplatz, die armen Leute bauen im Regen auf.
Als wir wieder wach sind, kochen wir uns erstmal etwas zum Essen und machen beim Eßplatz die Bekanntschaft einer netten Familie aus Berlin, die ebenfalls mit Kanus angekommen ist, allerdings mit dem Auto. Es gibt eine Menge Gesprächsstoff, so daß der Abend schnell vorbeigeht. Als wir in unserem Schlafsack liegen, ist wieder klarer Himmel und eine grandiose Ruhe umgibt uns, die uns schnell einschlafen läßt.